Wasseraktivität in
Cannabis
Cannabis-basierte Produkte für medizinische und Freizeitzwecke gewinnen an Popularität und Akzeptanz. Werden diese Produkte jedoch nicht ordnungsgemäß gehandhabt, können sie ein Sicherheitsrisiko für Verbraucher darstellen.
Getrocknete Blüten, extrahierte Öle oder verarbeitete Esswaren mit mikrobieller Kontamination können allergische Reaktionen, Atemwegskomplikationen oder lebensmittelbedingte Krankheiten hervorrufen. Aus Qualitätssicht können Veränderungen der Wirksamkeit und Potenz aufgrund chemischer Reaktionen oder strukturellen Verlusts ebenfalls zu einem mangelhaften Produkt und Umsatzeinbußen führen.
Die Wasseraktivität wird als wirksames Instrument in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt, um die mikrobielle, chemische und physikalische Stabilität zu maximieren. Sie bietet dieselbe Sicherheit und Kontrolle für den Cannabismarkt, und es ist wichtig, dass Anbauer und Verarbeiter die Wasseraktivität verstehen und wissen, wie sie deren Nutzen maximieren können. Die Bedeutung der Wasseraktivität für die Qualität und Sicherheit von getrocknetem Cannabis hat zur Norm ASTM D8197-18 geführt, die einen idealen Wasseraktivitätsbereich von 0,55 bis 0,65 aw festlegt, um den Abbau durch Übertrocknung und mikrobielles Wachstum durch unzureichende Trocknung zu verhindern.
Wasseraktivität in Cannabis und seine mikrobielle Sicherheit
Jeder Mikroorganismus benötigt eine bestimmte Wasseraktivität, um sich zu vermehren und zu wachsen. Wenn ein Mikroorganismus eine Wasseraktivität unterhalb seiner erforderlichen Wachstumsgrenze vorfindet, wird er gestresst und inaktiv. Einem Mikroorganismus ist es egal, wie viel Wasser sich in seiner Umgebung befindet, sondern er benötigt eine bestimmte Wasserenergie zum Wachstum.

Der für das Wachstum pathogener Bakterien erforderliche Wasseraktivitätswert beträgt 0,87 aw, während das Wachstum gängiger Verderbnishefen und -schimmelpilze bei 0,70 aw beginnt, was als praktische Grenze bekannt ist. Getrocknete Cannabisblüten, die im von der ASTM empfohlenen Wasseraktivitätsbereich von 0,55 bis 0,65 aw verarbeitet werden, gelten als lagerstabil und unterstützen das Wachstum von Bakterien, Schimmelpilzen oder Hefen nicht.
Die wahrscheinlichste Ausfallursache für Cannabis bei zu hoher Wasseraktivität ist Schimmelwachstum. Während Schimmelpilze selbst bei Verzehr nicht besonders gefährlich sind, stellen Schimmelsporen ein besonderes Problem für Cannabisprodukte dar, da sie oft inhaliert werden, was zu Schimmelsporen in den Atemwegen führen kann, die Asthmasymptome hervorrufen können.
Wasseraktivität in Cannabis und seine Stabilität
Cannabis-Biomasse und Esswaren mit Wasseraktivitäten unter 0,70 aw sind zwar nicht anfällig für mikrobiellen Verderb, haben aber keine unbegrenzte Haltbarkeit. Anstelle von mikrobiellem Wachstum ist die wahrscheinlichste Ausfallursache für Cannabis-Biomasse oder Esswaren im Bereich von 0,55-0,65 aw der chemische Abbau. Chemische Reaktionen können die chemische Zusammensetzung, den Geschmack, das Aussehen und den Nährwert von Biomasse oder Esswaren beeinflussen. Änderungen der Wasseraktivität führen zu Änderungen der Reaktionsgeschwindigkeiten aufgrund ihres Einflusses auf die Aktivierungsenergie, die Mobilität und die Geschwindigkeitskonstante. Die Wasseraktivität beeinflusst auch die Biomasse-Integrität in Cannabis. Trichome beginnen bei Wasseraktivitäten unter 0,55 aw aufgrund des Verlusts schützender Wasserhüllen ihre Struktur zu verlieren. Folglich gehen erwünschte flüchtige Terpene durch Verdampfung verloren. Darüber hinaus sind Stielbruch und struktureller Verlust bei Biomasse, die auf unter 0,55 aw getrocknet wurde, aufgrund einer Zunahme der Sprödigkeit wahrscheinlicher. Die Haltbarkeit von Cannabisprodukten wird maximiert, wenn sie auf die ideale Wasseraktivität verarbeitet werden, die mikrobielles Wachstum verhindert und gleichzeitig chemischen Abbau und strukturellen Verlust minimiert.

Wasseraktivität in Cannabis und Lagersicherheit / -stabilität
Aufgrund ihres Einflusses auf die Stabilität muss geerntete Biomasse nicht nur auf unter 0,70 aw verarbeitet werden, sondern auch während Transport und Lagerung so niedrig bleiben. Dies bedeutet, dass die Kontrolle der Wasseraktivität bei Anbauern und Verarbeitern beginnt und dann durch Transport und Handhabung aufrechterhalten werden muss, um sowohl einen Anstieg der Wasseraktivität auf unsichere Werte als auch eine Reduzierung der Wasseraktivität zu verhindern, die zum unerwünschten Verlust von Terpenen und Cannabinoiden führen könnte. Um Änderungen der Wasseraktivität unter variierenden Lagerbedingungen zu verhindern, müssen Cannabisprodukte in einer guten Feuchtigkeitsbarriere-Verpackung verpackt werden. Wenn Sie mehr über die Maximierung der Haltbarkeit durch Wasseraktivitätskontrolle erfahren möchten, kontaktieren Sie uns gerne, und unsere weltweit führenden Experten werden Sie beraten.
„Die Wasseraktivität spielt eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der Sicherheit von Cannabisprodukten und der Maximierung der Haltbarkeit. Die Wasseraktivität mag für viele in der Cannabisindustrie ein neues Konzept sein, und diejenigen, die mit Wasseraktivität vertraut sind, kennen möglicherweise nur ihre Fähigkeit, mikrobielles Wachstum zu kontrollieren. In vielen Fällen ist jedoch mikrobieller Verderb nicht die wahrscheinlichste Ausfallursache für die Haltbarkeit von Cannabisprodukten. Die Wasseraktivität ist mit allen gängigen Ausfallursachen verbunden und kann folglich der wichtigste Test sein, der an allem von geernteter Biomasse bis hin zu Esswaren durchgeführt werden kann.“

Dr. Brady Carter
Weltweit anerkannter Spezialist für Wasseraktivität



